Projekt Beschreibung

Vor über hundert Jahren entwickelte sich Schwabing zu einem pulsierenden Bohème-Quartier mit Künstlerkneipen, Kleinkunstbühnen und Ateliers. Heute setzt das Schwabinger Tor einen viel beachteten Akzent an der nördlichen Leopoldstraße. Neun Gebäude beherbergen insgesamt 1000 Büroarbeitsplätze und Wohnungen für 400 Menschen, Ateliers, Gastronomie und Geschäfte. Auch das Fünf-Sterne-Hotel „Andaz“ mit spektakulärer Rooftop-Bar hat hier seine Tore eröffnet. Die Freiflächengestaltung entstammt unserer Feder. Wir knüpften an den Mythos des legendären Künstlerviertels an.

Von Anfang an im Boot

„Ein Tor in die Zukunft“ titelte die Süddeutsche Zeitung im Februar 2019 und bescheinigte dem Quartier Vorbildcharakter für München. Auf dem 500 Meter langen und 85 Meter breiten Grundstück unweit des legendären Sterne-Restaurants Tantris in München-Schwabing lagen ursprünglich Lagerhallen und Gleise des Güterbahnhofs, später ein Großmarkt und ein Hotel. Den Projektstart markierte 2007 der städtebauliche Wettbewerb für das Areal an der Leopoldstraße. Gemeinsam mit 03 Architekten aus München wurden wir zum Sieger im Verfahren gekürt.

Vom Plan zur Umsetzung

Erfreulich, dass wir 2009 auch die Mehrfachbeauftragung für die Freiflächengestaltung für uns entscheiden konnten. In den folgenden Jahren arbeiteten wir mit Hochdruck am Bebauungs- und Grünordnungsplan für das Areal. Danach übernahmen wir die komplexe Freiraumplanung bis hin zur Bauleitung. Bei fast hundert Projektbeteiligten eine echte Herausforderung an Planung und Koordination!

Tanzende Bauten am Schwabinger Tor

Der städtebauliche Entwurf basiert auf einem einfachen Prinzip. Zwei Reihen von Gebäuden an der Leopoldstraße und an der Berliner Straße werden gegeneinander verschoben. So verzahnen sie die Stadträume der beiden Straßen miteinander. Und fast alle Gebäude profitieren von der Adresse Leopoldstraße und dem grünen Rücken der Berliner Straße. Zwischen den neun Gebäuden von sechs bis vierzehn Geschossen Höhe entstand ein abwechslungsreiches Geflecht von engen Gassen und weiten Plätzen – eine Referenz an die Platzfolgen entlang der Ludwigstraße. Raumbildung als offene Komposition.

In München alles andere als üblich: Die Gebäudenutzungen sind horizontal geschichtet, von Handel und Gastronomie in den überhohen Erdgeschossen bis hin zu Büros und Wohnungen in den Obergeschossen – durchweg im gehobenen Segment.

Steinerner Teppich

Das Gewebe aus Gassen und Plätzen entwickelten wir als feinmaschigen steinernen Teppich. Als verbindendes Element verknüpft er die Gebäude, die die Handschrift ganz unterschiedlicher Architekturbüros tragen. Wie kostbare Ornamente liegen Platzflächen, Gärten und Spielplätze n diesem Teppich – inspiriert durch Kunstwerke von Malern des Blauen Reiters und des Jugendstils. So stand Wassily Kandinskys „Farbstudie Quadrate“ von 1913 Pate für einen ungewöhnlichen Spielplatz. Kreisrunde Heckenstrukturen laden zum Spielen und Erkunden ein.

Der Verkehr

Ein Bild von Paul Klee war Vorlage für den Tramplatz mit seinem futuristischen Dach. Angenehm für Flaneure, dass es im gesamten Quartier keine Autos gibt. Möglich macht das die riesige Tiefgarage unter dem Areal. Sie nimmt nicht nur 900 Autos, sondern auch die Müllabfuhr und den gesamten Lieferverkehr auf.

Preiswürdig – und im Alltag?

Schön, dass das Quartier schon für seine Qualität ausgezeichnet wurde. Und noch wichtiger: Bewohner und Nachbarschaft nehmen es gerne an.

0 Std.
Gesamtbearbeitungszeit
0 Leute
die daran arbeiteten
0 Mails
Im Projektzeitraum
0 Jahre
Gesamtbauzeit Freianlagen